Tuta Mail: Secure Email
Nur für AndroidFree· Nutzerbewertung
Wer seine E-Mail-Adresse nicht einfach einem beliebigen Anbieter überlassen möchte, landet schnell bei Tuta Mail. Ich habe die App als Kommunikations-App auf Android ausprobiert und dabei weniger auf große Versprechen als auf die alltäglichen Entscheidungen geachtet: Wie verständlich ist die Einrichtung? Welche Kontrolle behalte ich über mein Konto? Und an welchen Stellen muss ich mich an die Arbeitsweise eines spezialisierten Maildienstes gewöhnen?
Mein erster Eindruck ist klar: Tuta Mail richtet sich an Menschen, die E-Mail nicht nur als kostenlosen Briefkasten sehen, sondern als privaten Kommunikationskanal. Die App von Tutao GmbH ist kostenlos, für alle Altersgruppen freigegeben und läuft ab Android 8.0. Im Store kommt sie auf eine Bewertung von 4,4 bei rund 18.000 Bewertungen und wurde bereits über eine Million Mal installiert. Das macht sie nicht zu einem Nischenexperiment, sondern zu einer etablierten Alternative für den täglichen Mailverkehr.
Vertrauen beginnt bei den Entscheidungen, die man selbst sehen kann
Bei einer Mail-App entsteht Vertrauen nicht allein durch ein Sicherheitssymbol oder eine auffällige Beschreibung. Für mich zählt vor allem, ob die Anwendung ihre wichtigen Entscheidungen nachvollziehbar präsentiert. Tuta Mail stellt den Schutz der Privatsphäre in den Mittelpunkt und verbindet das mit einer eigenen, verschlüsselten Mail-Umgebung. Das ist ein anderer Ansatz als bei den großen Standarddiensten, die vor allem durch Speicher, Kalender, Suchfunktionen und enge Verbindungen zu weiteren Plattformen überzeugen.
Die App wirkt dabei nicht wie ein gewöhnlicher Aufsatz für ein bestehendes Postfach. Wer Tuta Mail nutzt, entscheidet sich im Grunde für ein eigenes E-Mail-System. Das ist wichtig, weil die Wahl des Anbieters dadurch stärker ins Gewicht fällt. Bei einem klassischen Mailprogramm kann ich mehrere Konten verschiedener Anbieter zusammenführen. Bei Tuta Mail steht dagegen die geschützte Kommunikation innerhalb seines eigenen Dienstes im Vordergrund.
Das kann ein Vorteil sein, wenn ich meine privaten Nachrichten möglichst übersichtlich an einem Ort halten möchte. Es bedeutet aber auch, dass ich meine bisherigen Konten nicht einfach gedanklich durch eine neue Oberfläche ersetze. Wer mehrere Adressen bei unterschiedlichen Diensten verwaltet oder auf eine zentrale Sammel-App angewiesen ist, sollte vor dem Wechsel prüfen, ob Tuta Mail in den eigenen Ablauf passt.
Die Einrichtung selbst ist angenehm geradlinig. Ich werde nicht mit unnötigen Schritten überladen und kann mich schnell auf den eigentlichen Zweck konzentrieren: Nachrichten lesen, schreiben und organisieren. Gerade für Menschen, die bei Datenschutz-Apps eine komplizierte Bedienung erwarten, ist das ein guter Einstieg. Die Oberfläche bleibt nah genug an bekannten Mail-Apps, sodass ich mich nicht erst durch ein völlig fremdes Bedienkonzept arbeiten muss.
Gleichzeitig sollte man die Bezeichnung „sicher“ nicht mit völliger Risikofreiheit verwechseln. E-Mail bleibt ein Kommunikationsweg, bei dem auch die andere Seite eine Rolle spielt. Eine Nachricht an einen Kontakt, der einen gewöhnlichen Anbieter verwendet, bewegt sich nicht automatisch in derselben geschützten Umgebung wie eine Nachricht zwischen Tuta-Nutzern. Genau diese Grenze sollte man im Alltag im Kopf behalten, statt sich auf ein pauschales Sicherheitsgefühl zu verlassen.
Für wen der Wechsel wirklich sinnvoll ist
Ich sehe Tuta Mail besonders bei Personen, die private und berufliche Kommunikation bewusst trennen, sensible organisatorische Themen per Mail besprechen oder einem großen Plattformanbieter möglichst wenig anvertrauen möchten. Auch für einen zweiten, klar abgegrenzten Briefkasten kann die App sinnvoll sein: etwa für persönliche Kontakte, Vereinsangelegenheiten oder Nachrichten, die nicht im gleichen Postfach wie Bestellungen und Newsletter landen sollen.
Weniger passend ist sie für Menschen, die in erster Linie eine universelle Mailzentrale suchen. Wenn ich mehrere Adressen in einer einzigen Ansicht zusammenführen, tief mit anderen Büro-Apps verbinden oder mich auf die Gewohnheiten meines bisherigen Anbieters verlassen möchte, kann ein herkömmlicher Mailclient die bequemere Wahl sein. Tuta Mail ist nicht deshalb schlecht, sondern weil seine Stärke gerade in der eigenen, datensensiblen Umgebung liegt.
Kontrolle im Konto und im täglichen Postfach
Ein gutes Datenschutzversprechen hilft mir nur dann, wenn ich als Nutzer erkenne, welche Kontrolle ich tatsächlich habe. In Tuta Mail ist die wichtigste Kontrolle zunächst die bewusste Entscheidung für ein separates Konto. Ich lege fest, welche Kommunikation dort stattfindet, welche Adresse ich weitergebe und wie ich das Postfach im Alltag nutze. Diese Trennung ist unspektakulär, aber praktisch: Sie verhindert, dass private Nachrichten automatisch zwischen allen anderen digitalen Diensten verschwinden.
Ich empfehle, schon bei der Einrichtung einen klaren Zweck für das Konto festzulegen. Wer die Adresse für vertrauliche Kontakte verwendet, sollte sie nicht gleichzeitig überall für Newsletter, Gewinnspiele und spontane Registrierungen einsetzen. Das ist keine besondere Funktion der App, sondern eine Nutzungsregel, die bei Tuta Mail besonders viel bringt. Je sauberer ich die Adresse einsetze, desto leichter erkenne ich später, welche Nachrichten wirklich in dieses Postfach gehören.
Die kostenlose Nutzung senkt die Einstiegshürde deutlich. Ich kann den Dienst ausprobieren, ohne zuerst eine finanzielle Entscheidung treffen zu müssen. Gerade bei einer Mailadresse ist das wichtig, weil Vertrauen erst nach mehreren Wochen echter Nutzung entsteht. Nach einigen Tagen weiß ich zwar, ob mir die Oberfläche gefällt; erst im Alltag zeigt sich aber, ob Kontakte zuverlässig erreichbar sind und ob ich meine bisherigen Gewohnheiten anpassen kann.
Die aktuelle Android-Version trägt die Nummer 357.260812.1. Für mich ist das weniger wegen der Ziffern interessant als wegen des Signals, dass die App aktiv als eigenständiges Produkt weitergeführt wird. Bei einer Kommunikations-App achte ich grundsätzlich darauf, ob die Anwendung auf meinem Gerät stabil läuft und ob Aktualisierungen nicht zu einer ständig wechselnden Bedienung führen. Tuta Mail bleibt in dieser Hinsicht vertraut genug, um nicht bei jeder Nutzung neu gelernt werden zu müssen.
Ein nützlicher Arbeitsablauf ist die bewusste Trennung von Lesen und Antworten. Ich öffne das Postfach nicht nur reflexartig bei jeder Benachrichtigung, sondern prüfe zuerst Absender und Kontext. Bei privaten Nachrichten kann ich dann in Ruhe entscheiden, ob eine Antwort innerhalb der geschützten Umgebung sinnvoll ist oder ob ich für diesen Kontakt einen anderen Weg brauche. Diese kleine Gewohnheit reduziert Fehlversand und verhindert, dass ich die Sicherheitsidee der App mit blindem Vertrauen verwechsle.
Was beim Schreiben und Empfangen wichtig wird
Die vertraute Form einer Mail-App kann darüber hinwegtäuschen, dass verschlüsselte Kommunikation nicht immer genauso funktioniert wie bei einem offenen Standardkonto. Vor dem Absenden sollte ich deshalb prüfen, wer die Nachricht erhält und ob der Empfänger Tuta Mail nutzt. Bei einem Kontakt außerhalb des Dienstes kann ein zusätzlicher Abstimmungsbedarf entstehen. Das ist ein kleiner Reibungspunkt, aber bei sensiblen Inhalten ein wichtigerer als ein zusätzlicher Klick.
Für normale Nachrichten an Freunde, Familienmitglieder oder Organisationen bleibt der Ablauf trotzdem verständlich. Ich schreibe die Mail, kontrolliere den Empfänger und behalte den Inhalt im Blick. Die App zwingt mich nicht dazu, technische Begriffe zu verstehen, bevor ich eine Nachricht verfassen kann. Das ist ein echter Pluspunkt, weil Datenschutz sonst schnell an der Bedienung scheitert.
Ein zweiter praktischer Tipp betrifft die Kontowiederherstellung. Bei einem Mailkonto ist der Zugang selbst ein besonders kritischer Punkt. Ich würde deshalb bereits bei der Einrichtung aufmerksam lesen, welche Wiederherstellungsoptionen angeboten werden, und diese nicht erst dann suchen, wenn ich ausgesperrt bin. Wer einen Anbieter mit stärkerem Schutz wählt, sollte auch bei den Zugangsdaten diszipliniert sein: ein starkes, einzigartiges Passwort verwenden und die verfügbaren Kontooptionen bewusst prüfen.
Das ist zugleich eine Grenze für ungeduldige Nutzer. Ein besonders privater Maildienst kann weniger verzeihend wirken, wenn man Zugangsdaten leichtfertig behandelt. Bei einem gewöhnlichen Konto ist man oft daran gewöhnt, dass ein großer Plattformanbieter viele Wege zur Wiederherstellung anbietet. Bei Tuta Mail sollte ich mich nicht darauf verlassen, dass jede vergessene Entscheidung später bequem rückgängig gemacht werden kann.
Sensible Situationen im Alltag: nicht nur die Technik entscheidet
Ein realistisches Beispiel ist die Organisation eines Arzttermins. Ich möchte eine Rückfrage zu einem Termin senden und dabei keine unnötigen persönlichen Details in eine lange Mail schreiben. Mit Tuta Mail kann ich die Kommunikation bewusst in einem separaten Postfach führen und den Inhalt knapp halten. Der eigentliche Schutz entsteht dann aus zwei Dingen: der technischen Umgebung und meiner Entscheidung, nur die notwendigen Informationen zu verschicken.
Wenn die Praxis eine gewöhnliche Adresse verwendet, muss ich allerdings genauer hinsehen. Eine geschützte Absenderseite macht nicht automatisch den gesamten Kommunikationsweg gleich geschützt. In so einer Situation würde ich keine vollständigen sensiblen Unterlagen unüberlegt anhängen, sondern zunächst klären, wie die Praxis Nachrichten empfangen möchte. Tuta Mail hilft mir dabei, vorsichtiger zu handeln; es ersetzt nicht die Prüfung des Empfängers.
Ein anderes Szenario ist die Kommunikation in einer kleinen Gruppe. Bei einem privaten Projekt können mehrere Personen eine Tuta-Adresse verwenden, um Informationen getrennt von ihren Hauptkonten zu halten. Das funktioniert gut, wenn alle Beteiligten die gleiche Erwartung an den Dienst haben. Schwieriger wird es, wenn einige Teilnehmer nur ihre bisherigen Mailadressen nutzen möchten und keine zusätzlichen Schritte akzeptieren. Dann ist die technische Möglichkeit weniger entscheidend als die Bereitschaft der Gruppe.
Auch beim Versand von Anhängen lohnt sich eine feste Routine. Ich würde vor dem Senden Dateiname, Empfänger und Inhalt dreimal gedanklich abgleichen, besonders wenn es um Dokumente geht. Verschlüsselung schützt nicht vor einem falschen Empfänger. Diese Erkenntnis klingt banal, ist aber einer der wichtigsten Unterschiede zwischen einem wirklich überlegten Umgang mit Tuta Mail und dem bloßen Vertrauen auf das Wort „sicher“.
Bei Newsletter-Anmeldungen und Online-Konten würde ich die Adresse ebenfalls gezielt einsetzen. Für einen privaten Kommunikationskanal ist es sinnvoll, nicht jede Registrierung dorthin umzuleiten. So bleibt das Postfach übersichtlicher, und ich kann leichter erkennen, welche Nachrichten persönlich relevant sind. Wer Tuta Mail als vollständigen Ersatz für jede einzelne Adresse nutzt, verliert einen Teil dieses Vorteils durch die eigene Unordnung.
Die kleinen Reibungspunkte, die man vorher kennen sollte
Die größte Umstellung liegt nicht in der Grundbedienung, sondern in der Erwartungshaltung. Viele Nutzer betrachten E-Mail als vollständig austauschbar: Adresse eingeben, Nachricht schreiben, fertig. Bei einem Dienst mit stärkerem Fokus auf geschützte Kommunikation muss ich gelegentlich erklären, warum ein Empfänger bestimmte Schritte beachten sollte oder warum eine Nachricht außerhalb der eigenen Umgebung anders behandelt wird.
Das kann im privaten Umfeld lästig sein. Wenn ich einer Person schnell eine kurze Nachricht schicken möchte, ist ein gewöhnlicher Dienst manchmal unkomplizierter, weil alle Beteiligten dessen Abläufe bereits kennen. Für sensible Inhalte nehme ich diese zusätzliche Aufmerksamkeit gern in Kauf. Für jede belanglose Nachricht wäre sie mir aber nicht immer den Wechsel wert.
Ein weiterer Punkt ist die Gewöhnung an die Anbieterbindung. Wer Tuta Mail als Hauptadresse verwendet, sollte die Adresse langfristig planen. Ein Wechsel des Maildienstes ist nie so beiläufig wie das Löschen einer beliebigen App, weil Kontakte, Registrierungen und wichtige Nachrichten daran hängen. Ich würde deshalb nicht sofort alle bestehenden Konten umstellen, sondern zunächst mit einem klar begrenzten Bereich beginnen.
Genau dafür eignet sich ein Testzeitraum mit wenigen, aber echten Kontakten. Ich würde die App nicht nur mit einer Testmail an mich selbst beurteilen, sondern eine Woche lang typische Nachrichten senden, Antworten abwarten und prüfen, ob die Empfänger mit dem Ablauf zurechtkommen. So merke ich schnell, ob die Datenschutzidee im eigenen Umfeld praktisch tragfähig ist.
Wie sich Tuta Mail gegen gewöhnliche Mail-Apps behauptet
Im Vergleich zu Gmail, Outlook oder einer klassischen Sammel-App liegt der Schwerpunkt hier nicht auf möglichst vielen angrenzenden Diensten, sondern auf einer eigenständigen Mailumgebung mit Privatsphäre als Leitgedanken. Die großen Alternativen sind oft bequemer, wenn ich bereits Kalender, Cloudspeicher, Kontakte und mehrere Postfächer in einem Ökosystem nutze. Sie gewinnen durch Integration und Gewohnheit.
Tuta Mail gewinnt dort, wo ich diese Verflechtung gerade reduzieren möchte. Ich bekomme einen klareren Anlass, meine Mailadresse bewusster einzusetzen und die Kommunikation nach ihrer Empfindlichkeit zu sortieren. Das ist kein Vorteil, den ich in einer bunten Funktionsliste messen würde. Es verändert eher mein Verhalten: Ich überlege vor dem Versand genauer, welche Informationen wirklich in eine Mail gehören.
Gegen einen spezialisierten Datenschutzdienst spricht für manche Nutzer die geringere Selbstverständlichkeit im Kontakt mit Außenstehenden. Je mehr Freunde, Kollegen oder Organisationen an den üblichen Anbietern festhalten, desto häufiger muss ich die Grenzen des jeweiligen Kommunikationswegs mitdenken. Wer dagegen ein Umfeld hat, das Datenschutz ernst nimmt und neue Abläufe akzeptiert, erlebt diesen Nachteil deutlich seltener.
Die Entscheidung hängt daher nicht nur von der App, sondern vom eigenen Kommunikationsnetz ab. Für ein einzelnes privates Postfach, das vor allem vertrauliche Gespräche aufnehmen soll, finde ich Tuta Mail überzeugend. Für eine zentrale Arbeitsadresse mit vielen externen Partnern und wechselnden Anhängen würde ich genauer prüfen, ob die zusätzlichen Abstimmungen den Alltag verlangsamen.
Meine praktische Empfehlung vor dem vollständigen Umstieg
Ich würde zunächst ein Konto für einen klaren Zweck einrichten und die kostenlose Version in realen Situationen testen. Danach sollte ich drei Dinge beobachten: Kommen Antworten zuverlässig an? Verstehen meine wichtigsten Kontakte den Ablauf? Und finde ich die für mich relevanten Kontoentscheidungen schnell wieder? Diese Fragen sind wichtiger als ein kurzer Blick auf die Oberfläche.
Außerdem würde ich die neue Adresse nicht sofort überall als Wiederherstellungskonto hinterlegen. Erst wenn ich mit Anmeldung, Zugang und täglicher Nutzung vertraut bin, würde ich sie für wichtigere Konten einsetzen. So vermeide ich, dass ein noch ungewohnter Dienst plötzlich zum einzigen Zugang zu anderen Diensten wird. Das ist ein vorsichtiger, aber sehr realistischer Start.
Wer mehrere Konten besitzt, sollte zusätzlich überlegen, ob Tuta Mail das Hauptpostfach oder ein bewusst getrenntes Spezialpostfach sein soll. Als Hauptadresse bietet es die stärkste Konsequenz: Alle wichtigen privaten Nachrichten laufen dort zusammen. Als Nebenadresse ist der Einstieg leichter und das Risiko einer überstürzten Komplettumstellung kleiner. Beide Modelle können sinnvoll sein, je nachdem, wie stark die eigenen Kontakte bereits auf einen Anbieter festgelegt sind.
Die Altersfreigabe ab null Jahren macht die App grundsätzlich zugänglich, sagt aber nichts darüber aus, ob jede Person sie ohne Erklärung optimal nutzt. Bei jüngeren oder weniger technikaffinen Nutzern würde ich besonders auf Passwortpflege, Empfängerprüfung und den Umgang mit externen Kontakten achten. Der einfache Einstieg ist hilfreich, doch verantwortungsvolle Kommunikation bleibt eine Frage der Gewohnheit.
Mein vorsichtiges Urteil nach dem Alltagstest
Tuta Mail ist für mich eine gute Wahl, wenn Privatsphäre bei der Auswahl des Mailanbieters wirklich an erster Stelle steht. Die App von Tutao GmbH verbindet einen verständlichen Einstieg mit einem klaren eigenen Ansatz und bleibt dabei im täglichen Lesen und Schreiben zugänglich. Dass sie kostenlos angeboten wird und auf Android-Geräten ab Version 8.0 läuft, macht das Ausprobieren unkompliziert. Die große Nutzerbasis und die rund 1.100 Rezensionen zeigen außerdem, dass das Produkt nicht nur für eine kleine Gruppe gedacht ist.
Ich würde sie aber nicht blind als vollständigen Ersatz für jede Mail-App empfehlen. Wer mehrere Anbieter in einer Oberfläche bündeln, möglichst viele Plattformfunktionen verbinden oder ohne Erklärung an jede beliebige Adresse schreiben möchte, findet bei klassischen Alternativen wahrscheinlich weniger Reibung. Auch bei Tuta Mail muss ich Empfänger, Anhänge und Zugangsdaten sorgfältig behandeln. Verschlüsselung nimmt mir diese Verantwortung nicht ab.
Mein persönlicher Rat lautet deshalb: Nutze die App zuerst für einen klar abgegrenzten privaten Zweck und beobachte, wie gut sie zu deinen Kontakten passt. Wenn dir die bewusste Trennung und der datensensible Umgang wichtiger sind als maximale Bequemlichkeit, kann Tuta Mail schnell zu einer überzeugenden Hauptadresse werden. Wenn du dagegen nur eine möglichst universelle Sammelstelle für alle vorhandenen Konten suchst, würde ich bei einer herkömmlichen Mail-App bleiben.
Unterm Strich überzeugt mich Tuta Mail weniger durch spektakuläre Extras als durch die Konsequenz seines Ansatzes. Die App erinnert mich daran, dass Vertrauen bei E-Mail aus sichtbaren Entscheidungen, passenden Gewohnheiten und einem realistischen Blick auf den Empfänger entsteht. Genau für Nutzer, die diese Kontrolle aktiv ausüben möchten, ist sie eine empfehlenswerte Kommunikations-App.
Vorteile
- Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt Nachrichten und Anhänge.
- Keine personalisierte Werbung und kein Tracking für ein privateres Postfach.
- Modernes
- übersichtliches Design erleichtert die tägliche Nutzung.
- Kalender und Kontakte sind direkt in die App integriert.
- Apps für Android
- iOS und Desktop ermöglichen flexible Nutzung.
Nachteile
- Kostenlose Konten bieten nur begrenzten Speicherplatz.
- Einige erweiterte Funktionen sind kostenpflichtigen Tarifen vorbehalten.
- Der Funktionsumfang ist kleiner als bei etablierten Komplettanbietern.
- Die verschlüsselte Suche kann weniger komfortabel als bei Standard-Mail sein.
- Empfänger ohne Tuta-Konto benötigen für sichere Nachrichten ein Passwort.
FAQ
Was ist Tuta Mail und wodurch unterscheidet sich der Dienst von herkömmlichen E-Mail-Anbietern?
Tuta Mail ist ein auf Datenschutz ausgerichteter E-Mail-Dienst für Android, iOS und den Browser. Der Anbieter verschlüsselt Nachrichten und bestimmte gespeicherte Daten, sodass der Inhalt nicht einfach von Dritten eingesehen werden kann. Im Gegensatz zu vielen klassischen Mail-Diensten steht nicht personalisierte Werbung, sondern der Schutz der Privatsphäre im Mittelpunkt. Dennoch bleiben normale E-Mails an Empfänger außerhalb von Tuta von den Möglichkeiten des jeweiligen Fremdanbieters abhängig.
Ist Tuta Mail kostenlos nutzbar oder benötigt man ein kostenpflichtiges Abonnement?
Tuta Mail bietet einen kostenlosen Einstieg, der für eine private E-Mail-Adresse und grundlegende Funktionen ausreichen kann. Je nach Tarif unterscheiden sich Speicherplatz, zusätzliche Adressen, eigene Domains und Organisationsfunktionen. Wer Tuta beruflich oder mit mehreren Identitäten verwenden möchte, sollte die aktuellen Premium-Angebote prüfen. Vor dem Download lohnt sich außerdem ein Blick darauf, welche Funktionen im kostenlosen Konto enthalten sind und ob sie den persönlichen Anforderungen genügen.
Wie funktioniert die verschlüsselte Kommunikation mit Personen, die kein Tuta-Konto besitzen?
Nachrichten zwischen Tuta-Nutzern werden besonders komfortabel verschlüsselt übertragen. Sendet man eine vertrauliche E-Mail an eine externe Adresse, kann Tuta stattdessen eine geschützte Nachricht mit einem Link bereitstellen. Der Empfänger öffnet diese über ein vereinbartes Passwort und antwortet innerhalb der verschlüsselten Umgebung. Für alltägliche Kommunikation ist jedoch wichtig zu wissen, dass nicht jede Nachricht automatisch Ende-zu-Ende-verschlüsselt ist, wenn der Empfänger keinen kompatiblen Tuta-Zugang verwendet.
Welche Funktionen bietet die Tuta-Mail-App auf Android und iOS im Alltag?
Die mobile App ermöglicht das Verwalten mehrerer Postfächer beziehungsweise Adressen, das Schreiben und Beantworten von Nachrichten, die Suche im Postfach sowie Benachrichtigungen über neue E-Mails. Die Oberfläche wirkt insgesamt übersichtlich und konzentriert sich auf die Kernfunktionen eines Mail-Clients. Je nach Betriebssystem und Tarif können einzelne Optionen unterschiedlich verfügbar sein. Nutzer sollten außerdem die Benachrichtigungs- und Energiespareinstellungen ihres Smartphones kontrollieren, damit neue Nachrichten zuverlässig angezeigt werden.
Gibt es bei Tuta Mail Einschränkungen oder Nachteile, die man vor dem Download kennen sollte?
Tuta Mail legt großen Wert auf Sicherheit, was gelegentlich zulasten von Komfort und Kompatibilität gehen kann. Der Wechsel von einem etablierten Anbieter kann wegen Import, Kontakten und bisherigen Nachrichten zusätzlichen Aufwand verursachen. Außerdem sind bestimmte Funktionen nur in kostenpflichtigen Tarifen enthalten, und verschlüsselte Kommunikation mit externen Empfängern erfordert deren Mitwirkung über ein Passwort. Wer umfangreiche Integrationen, maximale Speichergrößen oder besonders viele Organisationsfunktionen benötigt, sollte die Tarifdetails vorher sorgfältig vergleichen.

















